Valle del Elqui

Das Valle del Elqui ist ein besonders interessante Gegend in Chile. Wegen des fast ganzjährig wolkenfreien Himmels bietet sich die Region an, Sterne zu beobachten. Allein im Valle del Elqui gibt es insgesamt 12 Sternwarten, die man auf der Ruta de las Estrellas erreichen kann.Wir haben das Observatorio Mamalluca besucht und wissen jetzt, dass der Stern des Südens aus insgesamt fünf Sternen besteht. Auf 200 Planeten können sich die Astronomen Leben vorstellen. 

Logo des Observatoriums


Die Gegend hier ist von dem Kontrast zwischen kahlen Bergen und den fruchtbaren Tälern geprägt.

Blick ins Valle del Elqui

Hier wächst der Wein aus dem der Pisco, ein Weinbrand, destilliert wird. Den mussten wir natürlich auch verkosten. In Pisco Elqui haben wir eine Führung in der nach der Literaturnobelpreisträgerin Gabriela Mistral benannten Destillerie gemacht.

Weintanks in der Destillerie Mistral


In riesigen Edelstahltanks wird der Wein gelagert, bevor er destilliert wird.

Alte Destillieranlage im Museum der Destillerie Mistral


Früher war die Bewässerung der Reben  Schwerstarbeit, heute wird das Wasser über Kanäle und Pumpen an die Reben transportiert.

Wo 20 l Milch reinpassen, passen auch 20 l Wasser rein

 

Den Tälern des Valle del Elqui wird eine besondere Energie nachgesagt, was auch Esoteriker von weit her angezogen hat. Hier kann man die unterschiedlichsten Angebote für spiritistische Sitzungen und Therapien finden und sogar Produkte esoterischen Kunsthandwerks oder Aromaöl kaufen. Der Piscokonsum dürfte sicher auch dazu beigetragen haben, die Welt mit anderen Augen zu sehen.


 Aber  „Rechtgläubige“ haben hier auch noch Platz.

Kirche in Pisco Elqui


Auch wenn grundsätzlich Zweifel angebracht sind; bei diesem jungen Mann wurden hier jedenfalls besondere Energien freigesetzt und

Sprung in den Fluss auf dem Campingplatz Luz la Luna

auch wir konnten uns der Anziehungskraft des Wassers  nicht entziehen.

O nass is


Der 15 ha große Campingplatz Luz la Luna am Camino a Cochiguaz war eines unserer Quartiere. 

Blick hinunter auf die Stellplätze im Campingplatz Luz La Luna


Wir haben nicht nur die traumhafte Lage sondern auch die köstlichen roten Trauben frisch vom Rebstock genossen.

KODAK Digital Still Camera

Paso Agua Negra

Über einen Pass von 4750 m zu fahren ist schon ein Erlebnis, zumal wenn man zum ersten Mal solche Höhen erreicht. Gestartet sind wir von einem Campingplatz auf 1850 m Höhe.

Unser Platz auf dem Campingplatz El Molino

Von dort erreichten wir die argentinische Grenze binnen einer halben Stunde. In den 45 Minuten Aufenthalt an der Grenze konnten wir den Ausblick auf eine imposante Bergkette genießen.

Blick von der argentinischen Grenze auf die Bergkette um den Paso Agua Negra

Von nun an ging’s auf einer weitgehend gut ausgebauten Piste bergan.  Auf dem 80 km langen Anstieg eröffneten sich immer wieder neue Perspektiven ins Tal und

Blick runter auf die Paßstraße

auf die Berge.

Lagune an der Passstraße

Nahe der Passhöhe fuhren wir dann an  bizarren Eiswänden entlang.

An der Eiswand

In Fotopausen zwischendurch konnten wir den Sauerstoffgehalt der Luft testen. Auf dem Pass ging uns dann fast die Puste aus. Immerhin reichte sie noch für ein Gipfelfoto.

Big Grasshopper auf dem „Gipfel“

Den beiden Radfahrern aus Deutschland ist der Anstieg gar nicht gut bekommen. Sie waren froh, am nächsten Tag ins Tal abfahren zu können.

Respekt

Von nun an ging’s bergab. Wir hatten auf unserer Reise schon viele farbenprächtige Gesteinsformationen gesehen, aber die imposanten Berge hier stellen alles andere in den Schatten.

Farbenfrohes Bergmassiv auf chilenischer Seite

So schön können kahle Felsen scheinen

Sobald die Höhe wieder Vegetation zulässt, sieht man erste Behausungen und

Einfache Behausung einer Hirtenfamilie

jede Menge Ziegen.

Ziegen im Aufstieg zu neuen Futterplätzen

Aber auch Esel trifft man an, die wohl nicht nur stur und intelligent sondern auch genügsam sind.

Da kann man lange nach Futter suchen

Nach 10 Stunden Fahrt und 3000 m Auf- und 3700 m Abstieg erreichten wir am Ende doch etwas geschafft unseren Campground.

Campingplatz in Paihuano

Nach einem kühlen Bad im den Campground durchströmenden Fluß sind unsere Geister wieder erwacht.

XXXI Festival Nacional RivadaviA Canta al País

In der Bodega Murville haben sie uns auf ein Festival in Rivadavia aufmerksam gemacht und wir haben uns auf den Weg gemacht.

Festivallogo

Auf dem Campground direkt neben dem Festivalgelände kamen wir unter. Schätzungsweise 3000 Besucher kamen, 12 unterschiedliche Musikgruppen Traten auf.

Ein generationenübergreifendes Publikum

Viele Familien mit Kindern allen Alters waren angereist. Sie brachten Essen und Getränke mit. Für Getränke und Verpflegung war aber auch vor Ort reichlich gesorgt. Es gibt Asado: Wurst und Fleisch vom Grill

oder auf tradionelle Art aufgespießt.

Mit dem Puplikum waren wir begeistert von den Darbietungen. Traditionelle Gitarrenmusik,

Tres Hermanos

Rockmusik,

Antonio Romero

und Folklore,

Joaquín Aguilar, ein junger Sänger mit Band

es wurde uns ein breites Musikspektrum mit Tanzeinlagen geboten.

Tanzgruppe auf dem XXXI Festival Nacional RivadaviA Canta al País

Am Schluss kamen die Hauptacts, La Sole mit

La Sole

ihrer fantastischen Band.

Mit Band

und Luciano Pereyra,

Luciano Pereyra mit Band

der mit seinem Charme vor allem die Teenies betört.

Luciano Pereyra

Dann war es auch schon früher Morgen und erfüllt von lateinamerikanischer Musik suchten wir unser Rolling Home auf. Uns begleitet jetzt die Musik von La Sole, 20 tolle Lieder mit jeweils einem anderen Gastauftritt.

KODAK Digital Still Camera

Bodega Murville

In San Rafael, Mendoza, haben wir zwei Tage auf der Bodega Murville verbracht.

Straßenansicht der Bodega Murville

Von Andrea und Silvana, die den Weinvertrieb managen, Sind wir freundlich Empfangen worden. Sie haben uns die Bodega gezeigt

Der Einladung konnten wir nicht widerstehen

und uns erlaubt, auf dem Gelände zu übernachten.

Cornelia mit Silvana und Andrea

Das hatten wir  – nach den guten Erfahrungen in Kalifornien  – uns auch hier gewünscht.

Gegründet wurde das Weingut 1945 von dem italienischen Einwanderer Don Rafael Salafia. Heute leitet der Enkel den Betrieb. Das Weingut umfasst zwei Betriebe mit einer Größe von insgesamt 160 Hektar. Jährlich werden 3 Mio Liter Wein produziert.

Blick auf die Abfüllanlage

Die Reben sind Malbec, Torrontes Riojano, Chenin, Chardonnay und Moscatel. Exportiert wird der Wein nur nach Brasilien und an „uns“. Wir haben zunächst einmal die Weine und auch Sekt verkostet,

Da mussten wir durch

bevor wir uns entschieden haben, einen ordentlichen Vorrat einzulagern. Wofür so ein großer Kofferraum alles gut ist!
Zur Bodega gehört auch das Restaurant „La Casona“,

Das Restaurant La Casona

das von Pamela und ihrer Tochter Leslie geführt wird.

Francisca, Pamela, die Chefin und Leslie

Dort haben wir uns ein landestypisches Essen gegönnt.

Nähere Informationen zur Bodega: http://www.murville.com.ar

 

KODAK Digital Still Camera

Cañòn de Atuel

35 km südwestlich von San Rafael, einer Weinmetropole im Mendoza, liegt der Cañòn de Atuel.

Blick in den Cañòn de Atuel.

Wir sind ihn von El Nihuil aus gemächlich durchfahren und haben uns durch steil aufragende Felswände geschlängelt. Immer wieder eröffneten sich uns neue Perspektiven. Die Felswände leuchteten  in unterschiedlichen Farben und

Gesteinsformationen im Cañòn de Atuel.

sind von Wind und Wetter geformt.

„Skulptur“ im Cañòn de Atuel.

Der Rio Atuel ist nicht nur ein touristisches Highlight, er wird auch zur Enegiegewinnung genutzt.

Übersichtsplan des Wasserkraftwerks

Bei El Nihuil gibt es einen gleichnamigen großen Stausee, dessen Wasserstand so niedrig ist, dass man ihn durchwaten kann.

Gewitterstimmung über dem Stausee El Nihuil

Er speist das erste von vier Kraftwerken am Fluss,

Verteilerstation

die die insgesamt etwa 600 m Höhenunterschied für den Antrieb ihrer Turbinen nutzen. Erst nach dem Stausee „Valle Grande“

Stausee Valle Grande

ist der Fluss zu sehen. Vorher dümpelt lediglich ein kleiner Bach talwärts.

Rio Ahuel zwischen den Staustufen

Am Tag unserer Durchfahrt durch den Canon war es sehr heiß und als wir die Schlucht verließen, kamen uns die dort in großer Zahl zu findenden Rafting Angebote zupass. Durch und durch nass, entstiegen wir nach 6 km Fahrt den Booten. Die Abkühlung war gelungen. Badesachen wären allerdings angebracht gewesen.

Volk der Mapuche

Die Mapuche sind ein indigenes Volk Südamerikas. Ihr angestammtes Gebiet erstreckt sich auf die Staaten Chile und Argentinien, es hatte eine Nord-Süd-Ausdehnung von etwa 1600 Kilometern.

Skulptur in Pucòn

Den Mapuche gelang es, sich der Kolonisation durch die Spanier zu entziehen und ihre Unabhängigkeit zu bewahren. Sie widersetzten sich den spanischen Eroberungsversuchen mit erbitterter und – im Gegensatz zu den meisten anderen indigenen Völkern Amerikas – über 300 Jahre langer, erfolgreicher Gegenwehr. Von der Mitte des 16. Jahrhunderts konnten die Mapuche sogar einen eigenen Staat etablieren, der bis 1883 Bestand hatte.

Holzfiguren vor dem Museum in Curarrehue

Danach wurden sie als Ergebnis eines 30jährigen Kampfes  vom chilenischen Staat aus ihrem angestammten Gebiet vertrieben und in Reservate umgesiedelt. Den hohen Freizeitwert, den einige der Reservate heute haben, konnte man im 19. Jahrhundert noch nicht erahnen.

Icalma See im Mapuche Gebiet

 

Durch die Vertreibung wurde das Volk der Mapuche seiner Lebensgrundlage beraubt. Ihr Land nahmen vornehmlich europäische Einwanderer, auch aus Deutschland in Besitz.

Die Masken, die das Volk der Mapuche beschützen sollten, haben letztendlich dann doch versagt.

Maske im Museum von Cuarrehue

Den Stolz auf ihre Herkunft hat das Volk der Mapuche aber nicht verloren, wie u. a. die Fahnen am Verwaltungsgebäude in Icalma signalisieren.

Die Mapuche haben wie alle indigenen Völker spirituelle Zeremonien. Für sie spielen Symbole eine wichtige Rolle. Die Farbe Gelb steht für den Mais und die Sonne, die Farbe Blau für den Himmel und das Meer.

Für Zeremonien bedeutsame Gegenstände im Museum von Cuarrehue

Die Vierteilung der Trommel deutet auf die vier Jahreszeiten und die Himmelsrichtungen hin. Sie stehen auch für Sonne, Mond, Sterne und Wind, den es im Mapuchegebiet reichlich gibt.

Trommel mit Symbolen

Traditionell gefertigte Produkte sind heute noch zu erwerben.

Handgewebte Ponchos

Der Schmuck, den Mann oder Frau trugen, gab Auskunft über die soziale Stellung  innerhalb der Gesellschaft.

Puppe mit typischem Silberschmuck

In dieser von Meer, Seen und Flüssen geprägten  Gegend war es wichtig sich auch auf dem Wasser fortbewegen zu können.

Skulptur in Pucòn

Noch zu erwähnen bleibt, dass das Volk der Mapuche  Hokey spielte. Sie nutzten dafür aus Ästen geformte Schläger und Bälle aus Holz mit Tierhaut überzogen. Ob sie das Hockey erfunden haben, ist nicht überliefert.
.

Camping Estero Cobulto

Camping Estero Cobulto liegt in Araukanien ( Araucanía ), einer fruchtbaren Region in Chile benannt nach der Araukarie, einem Baum, der unter Naturschutz steht.  Es gibt männliche und weibliche Bäume, die sehr langsamwachsen und über 1000 Jahre alt werden können.. Die jüngeren Bäume haben weit ausladende Zweige von der Spitze bis zum Boden.

In voller Blüte

Mit zunehmendem Alter der Bäume lichten sie sich. Die unteren Zweige fallen nach und nach ab, Äste wachsen kreuz und quer 

Blick durch Araucarienzweige auf den 3700 m hohen Volcán Lanín

bis im hohen Alter dann nur noch tellerförmige Baumkronen zu sehen sind.

In Araukarien an der Straße von Temuco nach Cunco betreiben Elly und Werner einen Campingplatz. 

Elly und Werner

Die beiden sind schon in den 80er Jahren in diese Gegend gekommen, um dort ihre Cousine zu besuchen, deren Eltern bereits um 1930 nach Chile ausgewandert waren. 
Ihnen hat es hier so gut gefallen, dass sie sich in der Gegend ein Haus kaufen wollten, um alle zwei Jahre dem Winter zu entfliehen und den warmen, aber nicht zu heißen Sommer hier zu genießen.
Wie der Zufall es will, wurde aus dem Hauskauf der Kauf eines 16 ha großen Besitzes, der gerade zum Verkauf stand. Später kam dann noch der neben ihrem Grundstück liegende Campingplatz dazu. 

Zufahrt zum Campingplatz

Dadurch wurde die Bindung an Chile für Elly und Werner noch stärker, so dass sie seit einigen Jahren jedes Jahr für 3 bzw. 6 Monate den Sommer hier schaffen. Die übrige Zeit arbeiten sie in ihren Berufen in Deutschland. Obwohl sie hier mehr Stunden täglich arbeiten, ist es für sie weniger anstrengend. „Man lebt halt hier mit weniger Druck im Jetzt.“
Das Grundstück bemisst sich mittlerweile auf insgesamt rd. 65 ha. Nur einen Teil davon macht der parkähnliche Campingplatz aus. Daneben werden ein paar Schafe, Rinder und ein Pferd gehalten, Hühner natürlich auch. 
Auf dem Campingplatz ist für viele Zelte und Wohnmobile Platz.

4 von etwa 40 Stellplätzen


 Er hat ein Fußball- und Volleyballfeld, 

Volleyballfeld im aufsteigenden Frühnebel

zwei Schwimmbecken,

Schwimmbad

einen Spielplatz

Spielplatz

und die erforderlichen sanitären Einrichtungen. 

Toilettenhäuschen

Wir haben 5 Tage hier verweilt, die Ruhe genossen und uns am vielstimmigen Vogelgezwitscher erfreut.  Mit 5000 Pesos (7,50 €) pro Person und Nacht wurde unser Geldbeutel auch nicht über Gebühr strapaziert.

Elly und Werner sind ein gutes Beispiel dafür, wie man in zwei Welten gleichzeitig gut zurecht kommen kann. 
Kontaktaufnahme: esterocobulto@gmail.com