Arequipa, Großstadt in den Anden

Arequipa ist eine lebenswerte Stadt in Peru.

Ölgemälde mit Blick auf Arequipa

 Sie liegt auf etwa 2500 m Höhe. Die Stadt ist von den drei zwischen 5500 und 6000 m hohen Vulkanen Misti, Picchu Picchu und Chachani umgeben. 

Blick von Arequipa auf den Vulkan Chachani

Arequipa hat eine attraktive Altstadt. Neben dem  alten Dominikanerkloster im Zentrum der Stadt ist vor allem die Plaza sehenswert. Auf einer Seite wird sie von der Kathedrale begrenzt,

Kathedrale mit Plaza

auf den anderen Seiten von Arcaden eingefasst.

Arcaden mit Plaza

 

Einige Häuser haben noch gut erhaltene Fassaden,

Eckhaus an der Plaza de Armas

die prächtigeren häufig großzügige Innenhöfe.

Dieser inzwischen gewerblich genutzte Kreuzgang lädt zum Verweilen ein. 

Kreuzgang der Iglesia de La Compañía

Die Fassaden der vielen Kirchen sind reich verziert.

Iglesia de La Compañía

In der Stadt herrscht reges Treiben. Die Menschen lassen sich was einfallen, um Geld zu verdienen.

Dukatenkitz

Von Arequipa aus kann man Reisen zum  Colca Cañon, nach Cuzco mit Machu Picchu, nach Puno mit dem Titicaca See oder Klettertouren auf die Vulkane buchen. 

Die Stadt ist Zentrum der wollverarbeitenden Industrie. In vielen Geschäften findet man überwiegend Kleidung aus Alpaca Wolle. Anders als früher wird die Wolle heute maschinell verarbeitet. Es werden aber immer noch unbezahlbare Stücke

Prachtstücke

 im traditionellen Verfahren hergestellt.

Webrahmen


Wolle wird in den Anden von Llamas, Alpacas, Vicuñas und Guanacos gewonnen.

Gold der Anden

Kleidungsstücke aus Vicuña Wolle sind exklusiv, da ein Tier lediglich den Ertrag von 1 Pfund Wolle erbringt. Deutlich günstiger sind Kleidungssrücke aus Alpaca Wolle, bei der man die Qualitäten Royal-, Babyalpaca und normales Alpaca unterscheidet. Mit Alpaca Kleidung haben wir uns eingedeckt und sind so für die Kälte der nächsten Winter gewappnet.

Zum guten Leben im Peru gehört das Essen. Eines der weltbesten Restaurants gibt es in Lima. Auch wir haben die peruanische Küche schätzen gelernt.

Restaurant in der Altstadt


Im Zig Zag bspw. kann man exzellent speisen.

Der Appetit Anreger


Vorspeisen schmecken in dem Ambiente doppelt gut. Und erst recht der Hauptgang.

Tres Carnes auf Lavastein mit Pürree

Zu einem guten Menue gehört auch ein Nachtisch.

Dreiklang aus Eis, Maracuja Sour and Pisco Sour

In dem Gartenlokal haben wir auf Holz gegrilltes Fleisch gegessen.

Wo gibt es sonst ein Restaurant mit eigenem Kräutergarten

 

In Ariquipa sind wir in der Zeit, in der wir auf eine Reparatur unseres Big Grasshoppers warteten, von der Familie Ladron de Guevara gastfreundschaftlich aufgenommen worden. Dadurch haben wir viel gesehen und über das Leben in Peru erfahren. Nicht zu vergessen, dass wir auch in der Wohnung von Maritza und ihre Tochter Ximena kulinarisch verwöhnt wurden.

Noch im Wohnmobil

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Cañon de Colca

Der  Cañon de Colca liegt etwa 160 km nordöstlich von Arequipa. 

Cañon de Colca

Der Rio de Colca durchschneidet hier eine über 3000 m liegende, fruchtbare Hochebene.

Blühende Felder auf etwa 3500 m Höhe

Die Felder sind durch Natursteinwälle abgegrenzt und häufig in Terrassen angelegt.

Typischer Terrassenanbau


Der Wasserreichtum macht die Gegend so fruchtbar.

Lagune mit Feldern

Hier stehen beim Übergang vom Sommer in den Herbst viele Pflanzen in der Blüte.

🌵

Auf dem Weg von Arequipa zum Colca Cañon überschreiten wir einen Pass von fast 5000 m, der uns auf eine Hochebene führt. Auf 4000 m kam uns dieser Güterzug entgegen.

Hier werden die Erträge der Minen transportiert

Ansonsten begegnet man dort Vicuñas, Llamas und Alpacas.

Alpacas

Sie sind genügsam, wissen aber auch saftige Weiden zu schätzen.

Vicuñas


Esel kommen wohl überall zurecht.

Zotti


Die Menschen auf der Hochebene sind vielfach traditionell gekleidet.

Die Sackkarre ist die Ausnahme, ansonsten sind auf dem Rücken gebundene Tücher das typische Transportmittel

Am Mirador Condor, wo wir die riesigen Andenkondore beobachten konnten, bieten sie ihre Waren aus überwiegend Alpaca Wolle an.

Bei der traditionell gekleideten Verkäuferin haben wir Fingerpuppen gekauft


Leider konnten wir die riesigen, elegant im Aufwind der Schlucht schwebenden Kondore nicht auf die Kamera bannen. Bei den vielen kleineren Vögel war das möglich.

Er hat sich uns nur gezeigt,aber nicht vorgestellt


Die Kirchen der Gegend zeugen von der Gründung der Ortschaften durch die Spanier.

Kirche von Maca


Auf dem Platz nebenan haben uns die interpretationsoffenen Skulpturen angeregt.

Weil Frauen die Last tragen, können Männer fliegen

De Prinz kütt

Entspannung bieten die heißen Thermen im Tal.

Aguas Termales La Calera


Dort haben wir es uns in dünner Luft gut gehen lassen. 

Jugos

Monasterio de Santa Catalina

Das Kloster steht im Zentrum von Arequipa, der zweitgrößten Stadt Perus. Es wurde von Maria de Guzmann gegründet. Es ist ein Kloster des Dominikaner Ordens. Auch  heute leben noch Nonnen hier. Ein Teil des 20 ha großen Klostergeländes ist der Öffentlichkeit zugänglich und wir haben es besucht. 

Klostereingang


Mit Ximena hatten wir eine gute Führerin, die uns in die Geschichte des Klosters einweihte. Es wurde 1579, weniger als 40 Jahre nach Ankunft der Spanier in Arequipa gegründet. Eine lange Tradition sorgte dafür, dass es dem Kloster gut ging und immer für Nachwuchs gesorgt war. Denn bei den wohlhabenden Familien Arequipas war es Sitte, die zweitgeborene Tochter ins Kloster zu schicken. Angelernt und beaufsichtigt von der Novizenmeisterin lebten die 12 bis 13 jährigen Mädchen weitgehend isoliert und durften keinen Kontakt zu anderen Novizinnen aufnehmen. Nach 1 bis 4  Jahren der Besinnung mussten sie sich für ein Leben im Kloster entscheiden. 

Der Hinweis galt nicht nur den Novizinnen


Verweigerten sie das Gelübde, wurden sie von der Familie verstoßen. Die Familien der Nonnen entschädigten das Kloster mit großzügigen Zuwendungen. Die Nonnen selbst durften zwar das Kloster nicht verlassen, führten aber ein mehr oder minder luxuriöses Leben mit 1 bis 4 Sklaven, die für sie kochten, putzten und wuschen. 

Wäscherei


Normal läuft das Wasser in der Waschanlage über die Rinne ab. Wenn man jedoch den Wasserfluss etwa mit einem Stein blockiert, füllt sich der oberhalb der Absperrung liegende Trog, ein geniales System.

Der Kontakt mit der Familie war den Nonnen einmal im Monat möglich. In einem eigens dafür eingerichteten Raum konnten sie durch ein Gitter mit ihren Verwandten sprechen und über einen Drehmechanismus konnten Geschenke oder Briefe übermittelt werden.

Drehtür

Dabei wurden sie beaufsichtigt, um zu verhindern, dass Unbotmäßiges übermittelt wurde. 

Der ansonsten erforderliche Kontakt mit der Außenwelt blieb den in der Hierarchie oben stehenden Nonnen vorbehalten. Sie sorgten etwa für die Versorgung mit Lebensmitteln. Da das Kloster vermögend war, suchten Vertreter der Gemeinde Kontakt mit dem Orden, um Unterstützung für Projekte in der Stadt zu bekommen. Für derartige Gespräche mit Externen gab es einen großzügigen Besucherraum mit Figuren vom letzten Abendmahl.

Figürliche Darstellung des letzten Abendmahls


Als im 18. Jahrhundert die Sklaverei abgeschafft wurde, stellten die Nonnen Bedienstete ein. In späterer Zeit, als großzügige Spenden ausblieben, wurden bspw. durch das Backen von Oblaten und die Herstellung prächtiger Ornate Einnahmen erzielt. 

Klosterbackofen

Durch das Kloster führen sechs Gassen, 

Eine der Klostergassen


es gibt u.a. eine zum Vorratsraum umgebaute frühere Kirche, verschiedene Plätze, 

Platz mit Springbrunnen und Kirchenkuppel

einen Speisesaal, viele kleine Häuser und drei Kreuzgänge.

Einer der drei Kreuzgänge

In der Trattoria mit Blick ins Kloster haben wir dann auch vornehm gespeist, wie früher die Nonnen in Arequipa.

In der Trattoria Del Monasterio

Zwischen Wüste und Meer

In Chile beginnt nördlich der Stadt Serena  aufsteigend vom Meer eine Stein- und Sandwüste, die sich weit nach Norden ausbreitet. Einzelne Städte liegen wie Oasen dazwischen. 

Meer, Sand und Berge

 Nur wo Wasser fließt, kann etwas gedeihen. Einige Flusstäler bilden schmale grüne Streifen in einer ansonsten kargen Landschaft. Dort haben wir Weinanbau, Olivenhaine und Melonenfelder gesehen. Es gibt viele Ansätze, das Land urbar zu machen. Wirtschaftlich ist diese Region bedeutend, weil es dort viele Bodenschätze gibt. Wir sind an gewaltigen Abraumbergen vorbei gefahren.

Abraumberg an einer der weltgrößten Kupferminen in Chuquikamata

Den Reiz der Landschaft macht der Kontrast zwischen tiefblauen oder türkisfarbenen Meer mit einer tollen Brandung und den das Meer einschließenden kahlen Bergen aus.

Brandung im Parque Nacional Pan de Azucar

In der Sonne schimmern die Berge in unterschiedlichsten Farben.

Parque Nacional Pan de Azucar

Die Urlaubsorte an der Küste mit ihren Ferienwohnungen sind eher öde. Ihre Attraktion sind das beständig gute Wetter, der feine Sandstrand und die Möglichkeit im Meer zu baden.

Barranquillas

Viele Vögel leben hier, vor allem Möven, Kormorane, Pelikane, Greife und viele Geier.

Geier im Parque Nacional Pan de Azucar

Es gibt aber auch eine Vielzahl weniger auffällige Vögel.

Vögel am Spieß


Gewundert hat uns, zwei Eulen am helllichten Tag im Sand anzutreffen. Da es für sie keine Bäume zum Nisten gibt, müssen sie sich mit einem Erdloch als Nest zufrieden geben.

Vor der Küste gibt es einen offensichtlichen Fischreichtum. An mehreren Stellen konnten wir das Ergebnis eines guten  Fangs bestaunen. Wir haben uns direkt vom eingelaufenen Boot reichlich eingedeckt. Frischer Fisch ist ein großer Genuss.

 

Fischfang


Der Fischreichtum lockt natürlich auch die Meeresräuber an.

Delphine auf der Jagd

Den Tag zwischen Wüste und Meer beschließt der immer wieder neu sich entfaltende Sonnenuntergang über dem Pazifik.

Sonnenuntergang in Antofagasta

Der größte Teil der Wüstenlandschaft  bis zur peruanischen Grenze  gehört erst seit Ende des 19. Jahrhunderts zu Chile. In einem Krieg wurde das Gebiet  Bolivien abgenommen. Seitdem hat Bolivien keinen eigenen Zugang mehr zum Meer. Eine etwas verfallene Gedenkstätte in Poposo, erinnert daran, wo die ursprüngliche Grenze verlief.

Der Geier sitzt da wohl nicht zufällig auf der Gedenkstätte

Unterwegs auf heißer Spur

Unser Weg  den Anden entlang nach Norden führte uns an einer Vielzahl von Vulkanen, Lavafeldern und Thermen vorbei. Auch die Erde bebt hier gerne. An Weihnachten hatten wir nur wenige 100 km entfernt ein Erdbeben, das die Region erschütterte. Besonders beeindruckend sind die vielen Vulkane.

Vulkan Llaima

Ein erkalteter Lavastrom zeugt noch  meilenweit entfernt von seinen Aktivitäten.

Einige Vulkane signalisieren mit weißem Rauch, dass mit Ihnen noch zu rechnen ist.

Vulkan Villarrica

Andere beeindrucken mit ihrer gigantischen Schönheit

Vulkan Osorno

Mit 3700 m ist der Vulkan Lanín an der Grenze zwischen Chile und Argentinien besonders imposant.

Vulkan Lanín


Unser höchster Vulkan war der Licancabur mit 5916 m.

Vulkan Lincacabur bei San Pedro de Atacama



Wir sind an nicht enden wollenden Lavafeldern vorbei gefahren. Als dieser Lavastrom den Rio Grande erreichte ,muss dieser wohl gekocht haben.

Von Rio Grande noch keine Spur


Für die vielen Thermen war es meistens zu heiß. Nur zweimal sind wir daher in das warme Wasser getaucht.  

Thermen El Amarillo


Auch weiterhin sind wir auf heißer Spur.

Valle del Elqui

Das Valle del Elqui ist ein besonders interessante Gegend in Chile. Wegen des fast ganzjährig wolkenfreien Himmels bietet sich die Region an, Sterne zu beobachten. Allein im Valle del Elqui gibt es insgesamt 12 Sternwarten, die man auf der Ruta de las Estrellas erreichen kann.Wir haben das Observatorio Mamalluca besucht und wissen jetzt, dass der Stern des Südens aus insgesamt fünf Sternen besteht. Auf 200 Planeten können sich die Astronomen Leben vorstellen. 

Logo des Observatoriums


Die Gegend hier ist von dem Kontrast zwischen kahlen Bergen und den fruchtbaren Tälern geprägt.

Blick ins Valle del Elqui

Hier wächst der Wein aus dem der Pisco, ein Weinbrand, destilliert wird. Den mussten wir natürlich auch verkosten. In Pisco Elqui haben wir eine Führung in der nach der Literaturnobelpreisträgerin Gabriela Mistral benannten Destillerie gemacht.

Weintanks in der Destillerie Mistral


In riesigen Edelstahltanks wird der Wein gelagert, bevor er destilliert wird.

Alte Destillieranlage im Museum der Destillerie Mistral


Früher war die Bewässerung der Reben  Schwerstarbeit, heute wird das Wasser über Kanäle und Pumpen an die Reben transportiert.

Wo 20 l Milch reinpassen, passen auch 20 l Wasser rein

 

Den Tälern des Valle del Elqui wird eine besondere Energie nachgesagt, was auch Esoteriker von weit her angezogen hat. Hier kann man die unterschiedlichsten Angebote für spiritistische Sitzungen und Therapien finden und sogar Produkte esoterischen Kunsthandwerks oder Aromaöl kaufen. Der Piscokonsum dürfte sicher auch dazu beigetragen haben, die Welt mit anderen Augen zu sehen.


 Aber  „Rechtgläubige“ haben hier auch noch Platz.

Kirche in Pisco Elqui


Auch wenn grundsätzlich Zweifel angebracht sind; bei diesem jungen Mann wurden hier jedenfalls besondere Energien freigesetzt und

Sprung in den Fluss auf dem Campingplatz Luz la Luna

auch wir konnten uns der Anziehungskraft des Wassers  nicht entziehen.

O nass is


Der 15 ha große Campingplatz Luz la Luna am Camino a Cochiguaz war eines unserer Quartiere. 

Blick hinunter auf die Stellplätze im Campingplatz Luz La Luna


Wir haben nicht nur die traumhafte Lage sondern auch die köstlichen roten Trauben frisch vom Rebstock genossen.

Paso Agua Negra

Über einen Pass von 4750 m zu fahren ist schon ein Erlebnis, zumal wenn man zum ersten Mal solche Höhen erreicht. Gestartet sind wir von einem Campingplatz auf 1850 m Höhe.

Unser Platz auf dem Campingplatz El Molino

Von dort erreichten wir die argentinische Grenze binnen einer halben Stunde. In den 45 Minuten Aufenthalt an der Grenze konnten wir den Ausblick auf eine imposante Bergkette genießen.

Blick von der argentinischen Grenze auf die Bergkette um den Paso Agua Negra

Von nun an ging’s auf einer weitgehend gut ausgebauten Piste bergan.  Auf dem 80 km langen Anstieg eröffneten sich immer wieder neue Perspektiven ins Tal und

Blick runter auf die Paßstraße

auf die Berge.

Lagune an der Passstraße

Nahe der Passhöhe fuhren wir dann an  bizarren Eiswänden entlang.

An der Eiswand

In Fotopausen zwischendurch konnten wir den Sauerstoffgehalt der Luft testen. Auf dem Pass ging uns dann fast die Puste aus. Immerhin reichte sie noch für ein Gipfelfoto.

Big Grasshopper auf dem „Gipfel“

Den beiden Radfahrern aus Deutschland ist der Anstieg gar nicht gut bekommen. Sie waren froh, am nächsten Tag ins Tal abfahren zu können.

Respekt

Von nun an ging’s bergab. Wir hatten auf unserer Reise schon viele farbenprächtige Gesteinsformationen gesehen, aber die imposanten Berge hier stellen alles andere in den Schatten.

Farbenfrohes Bergmassiv auf chilenischer Seite

So schön können kahle Felsen scheinen

Sobald die Höhe wieder Vegetation zulässt, sieht man erste Behausungen und

Einfache Behausung einer Hirtenfamilie

jede Menge Ziegen.

Ziegen im Aufstieg zu neuen Futterplätzen

Aber auch Esel trifft man an, die wohl nicht nur stur und intelligent sondern auch genügsam sind.

Da kann man lange nach Futter suchen

Nach 10 Stunden Fahrt und 3000 m Auf- und 3700 m Abstieg erreichten wir am Ende doch etwas geschafft unseren Campground.

Campingplatz in Paihuano

Nach einem kühlen Bad im den Campground durchströmenden Fluß sind unsere Geister wieder erwacht.