Die Inkas, ein Streiflicht

Das Inkareich existierte annähernd 400 Jahre zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert. Die Inkas kamen aus dem Hochland. Cusco war ihre Hauptstadt, von der aus sie ein riesiges Reich eroberten und regierten.

Cusco mit der Plaza de Armas

In der Hochzeit der Inkakultur erstreckte sich ihr Imperium in die Länder Peru, Ecuador, Bolivien, Argentinien und Chile. Mitglieder des Adels wurden Regionalherrscher, die für die Verwaltung der weit zerstreuten Regionen zuständig waren. Das sicherte Loyalität und schaffte eine dezentrale Verwaltung, die schnelle Entscheidungen fällen konnte.

Als die Spanier das Inkareich eroberten, haben sie deren Siedlungen zerstört. Sie wollten die Inka Kultur auslöschen und durch ihre ersetzen. Wir haben im Valle Sagrado einige z. T. rekonstruierte Inka Siedlungen besucht.

Blick auf den oberen Teil der Inka Siedlung hoch über Pisaq

Die Verbindung zwischen einzelnen Reichsteilen wurde über sog. Inkapfade sicher gestellt, auf denen Staffelläufer schnell Informationen verbreiten konnten. Die Pfade erleichterten auch die Eroberungszüge der Inkas. Wichtige Orte waren Knotenpunkte von Inkapfaden wie bspw. Chinchero. Hier wurde Gemüse und Obst vornehmlich dafür angebaut, die Reisenden zu versorgen.

Inkaterrassen in Chichero vor der spanischen Siedlung

Im Umgang mit anderen Stämmen war man äußerst geschickt. Zunächst versuchte man sie davon zu überzeugen, dass es für sie vorteilhaft wäre, Teil des Inkareichs zu werden. Erst wenn diese Bemühungen scheiterten, wurden militärische Mittel eingesetzt. Die Regionalfürsten konnten in der Regel ihre Position behalten, ihre Entscheidungsgewalt war allerdings eingeschränkt.

Zur Inkazeit gab es kein Zahlungsmittel, Gold diente nur dekorativen Zwecken.

Goldfunde aus den Gräbern in Sillustani

Die Bevölkerung musste vielmehr ein Drittel ihrer Arbeitskraft oder der Erträge ihrer Arbeit an die Inkas, ein weiteres Drittel an den Sonnengott abgeben. Ein Drittel durften sie für sich und ihre Familie behalten.

Dadurch war der Siedlungsbau gesichert. Siedlungen wurden nur dort errichtet, wo es ausreichend Wasser gab. Dieses wurde über ein Kanalsystem in den Ort und zur Bewässerung auf die Inkaterrassen geleitet.

Inkaterrassen in Pisaq

Deren Aufbau bestand auf groben Steinen als Untergrund, einer darüber liegenden Sandschicht und schließlich einer Erdschicht. Damit war eine gute Drainage gegeben, die die Wässerung über die Terrassen nach unten gewährleistete. Je nach Lage und Kleinklima der Terrasse wurden unterschiedliche Früchte angebaut. Dadurch, dass die Inkas viel vom Verlauf der Sonne verstanden und frühzeitig schon eine Sonnenuhr entwickelt hatten, konnten sie die Jahreszeit präzise bestimmen und wussten genau, wann Saat- und Erntezeit war. Die Sonnenuhr war so konstruiert, dass sie bei Frühlings- und Herbstanfang keinen Schatten warf.

Sonnenuhr in Machu Picchu

Eine der bedeutendsten Inkagründungen im Valle Sagrado war Ollantaytambo, das an einem Straßenkreuz von Inkastraßen lag.

Blick über die Inkaterrassen auf die Reste der Inkasiedlung in Ollantoytambo

Die vom heutigen Ort steil aufragenden Terrassen stabilisierten die oben liegende Siedlung und erschwerten Feinden den Zugang.

Die Inkas verehrten 12 Götter. Der wichtigste war Inti der Sonnengott. Bedeutend waren auch  Mamaquilla, die Göttin des Mondes. Viracocha, der Gott der Schöpfung und Pachamama, die Göttin der Erde.

Die insgesamt 12 Stufen des Inkakreuzes symbolisierten diese 12 Götter, aber auch die 12 Monate des Jahres. Die sich viermal wiederholenden drei Stufen des Inka Kreuzes hatten eine weitere spirituelle Bedeutung.

Im Schmuck verarbeitetes Inkakreuz

Die unterste Stufe repräsentiert die Unterwelt, für die die Schlange als Symbol galt. Die mittlere Stufe repräsentiert die Gegenwart, symbolisiert durch den Puma und die oberste Stufe war stellvertretend für das Leben nach dem Tod, symbolisiert durch den Kondor. Die Inkas gingen davon aus, dass nach dem Tod die Seele in den Himmel fährt und ein neues Leben begründet. Deshalb wurden die Toten auch in der Stellung des Fötus mumifiziert, mit dem das neue Leben wieder beginnen konnte. Auf dem Friedhof in Sillustani wurden über den Gräbern Türme erbaut mit einem Ausgang gen Osten.

Grabstätte in Sillustani

Anders in Pisaq. Dort wurden die Grabstätten in die Felswände gehauen.

Blick auf die Grabstätten in der Inkasiedlung in Pisaq

Die Zahl 3 steht auch für die drei Grundregeln des Zusammenlebens im Inkareich. Danach durfte man

nicht stehlen, nicht lügen und nicht faul sein.

Passt alles auf einen Bierdeckel.

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